Cacti Rocks and Gamblin‘ – Das ist der Name unserer Tour 2012. Er fiel mir spontan ein, als ich unseren Streckenverlauf anguckte. Die drei Elemente sollten eine große Rolle bei unserer Reise spielen. Na ja, man hätte im Nachhinein auch noch „Cacti Heat and Gamblin“ oder „Cacti, Gamblin‘ and Elkes Habseligkeiten gehen kaputt“ nennen können. Aber dazu später mehr. Die Mitreisenden dieses Jahr sind, Anett, ganz klar immer dabei. Elke, hat sich auch schon einen festen Platz im USA Unpauschal Reiseteam reserviert, nämlich zum 4. Mal dabei. Und zu guter Letzt der USA Anfänger Jessy, zum 2. Mal dabei. Obwohl die beiden Letzteren den Festwohnsitz in Bayern haben, zogen Sie den Direktflug mit Airberlin ab Düsseldorf vor und flogen somit mit mir und Anett am 31.5. Elke hatte ja am 29. Geburtstag, so bot es sich an, dass wir am 30. in Düsseldorf nachfeiern, bzw. in unseren Trip reinfeiern. Gegen späten Nachmittag trudelten die beiden ein, nachdem in Dormagen vorher der Stammfriseur aufgesucht wurde. Dieser war aber krank, so schnitt eine weniger begabte Person den beiden die Haare. Sah aber auch gut aus. Als ich die Tür aufmachte, blickte Elke aber etwas geknickt. Ihr Auspuff hatte das Zeitliche gesegnet und sie wollte gleich mal beim ADAC anrufen. Natürlich, der ADAC war gleich zur Stelle und band ihr mit Kabelbinder das Teil hoch. Der nette Herr gab ihr auch noch eine Visitenkarte der nächsten Werkstatt, die wir alle aber nicht kannten. Da wir sowieso das Auto am nächsten Morgen noch hinbringen mussten, konnten wir heute ja schon mal nachsehen, wo sich die Werkstatt befindet und im Gegenzug das Gepäck zum Flughafen bringen. Die Werkstatt war gleich gefunden, und danach der Flughafen natürlich auch. Der Late Check in von AirBerlin im Düsseldorfer Flughafen ist am Ende von Terminal C. Wenn man das weiß, kann man ohne Probleme den Kurzzeitparkplatz benutzen und durch die hintere Tür reingehen. Nachdem ich die anderen schon mal abgesetzt und meinen Parkplatz gefunden hatte, ging ich rein. Was ich sah war eine unendliche Schlange, die anderen an hinterster Stelle. Oje, Ferienzeit, die Pauschaltouristen machen Late Check In. Ich guckte mir die Monitore an und entdeckte einen Schalter mit „USA“ und an diesem Schalter war auch keine Schlange, sondern nur ein älteres Pärchen. Ich fragte die Dame der ersten längeren Schlange ganz vorne, ob sie denn auch am USA Schalter ansteht. „Nein“, und schon war das Problem erledigt. Wir waren Zweiter am USA Schalter. Als dann noch die Dame vom First Class Schalter in die Runde fragte, ob denn noch einer für die USA wartet, hellten unsere Gesichter sich komplett auf. Ich spare ja nicht mit Kritik über Airlines oder Angestellte von Mietwagenfirmen in meinen Berichten. Aber dieses Mal muss ich die Dame vom Check In Air Berlin Schalter mehr als loben. Sie schaffte es nicht nur Anett und meine bereits reservierten Plätze mit den anderen beiden zu kombinieren, sie sorgte sogar, dass wir eine Reihe mit 6 Sitzen komplett für uns hatten. Also 2 – 4 – Perfekt, das Flugzeug ist nicht ausgebucht. Super gemacht, sehr kompetent. Zufrieden fuhren wir nach Hause und ließen den Tag ausklingen. Am nächsten Morgen klappte wieder alles. Nach dem Aufstehen fuhren Anett und Elke den Franzosen zur Werkstatt, dort konnte Sie ihn auch ohne Probleme nach dem Urlaub wieder abholen. Und Jess und ich gingen noch zur Kosmetik für eine Stunde, man gönnt sich ja sonst nichts. Danach frühstückten wir noch zu Hause und ließen uns dann vom Großraumtaxi wieder zum Flughafen bringen. Die Dame am Check In fand es gut, dass wir unser ausgefülltes APIS Formular mitgebracht hatten. Komischerweise muss man das bei Lufthansa und Airberlin beim Check In ausfüllen. Bei KLM, Delta, Air France, etc. kann man die Daten bereits online eingeben. Das finde ich praktischer und man muss nicht so lange beim CheckIn warten. Die Angestellte hatte es aber trotzdem schnell eingegeben. Ich würde aber mit Sicherheit wieder genervt sein, wenn andere Reisende erst wieder im Gepäck nach der 1. Adresse am Ort suchen müssten und somit den ganzen Ablauf stören würden. Okay, dies ist aber jetzt nicht passiert. Wir wurden zum Terminal C geschickt, das wunderte mich sehr, flogen doch normalerweise mehr die Flüge nach Südosten von diesem Standort ab. Ich fragte vorsichtshalber die Dame vor der Security Kontrolle. Diese meinte, dass es nicht nach Las Vegas, sondern nur nach Alaska zu den, jetzt kommts, Pinguinen gehen würde. Ich meinte, dass ich sehr gern nach Alaska fliegen würde, zum Bären angucken. Nein, laut Frau Comedy, gab es da nur Pinguine. Gut, ich war zu gut gelaunt, um sie aufzuklären. Schnell noch im Duty Free die nötigen Genussmittel, die in den USA sehr teuer sind eingekauft und weiter zur Raucherlounge. Das schätze ich ja am Düsseldorfer Flughafen sehr. Ein Herz für Raucher, und auch noch so ein großes, mit Abzug. Wir machten noch einige Aufnahmen für unser Reisevideo und schon wurde unser Flug aufgerufen. Es saßen natürlich alle Menschen in den hinteren Reihe. Wir warteten bis die letzten drin waren, bzw. durch die Schleuse, denn beim Einsteigen trifft man sich spätestens im Gatewaystau wieder. Jessy wurde natürlich wieder rausgezogen und separat durchsucht. Die Plätze waren wie von Frau Air Berlin gestern versprochen. Das Flugzeug ist zudem halb leer. Anett und ich saßen im Zweier am Fenster, Elke und Jess hatten einen Vierer in der Mitte direkt neben uns. "Boarding completed" Toll, das komplette Flugzeug begann sich umzusetzen. Ich war so baff, dass ich verpasste mich auf die zwei freien Plätze vor uns zu setzen und so waren Anett und ich die zwei, die nicht zwei Plätze für eine Person hatten. Ich ärgerte mich kurz, aber beim Ausprobieren des neuen In-Seat Entertainment verflog dieser zu gleich. Die Filmauswahl war klasse, aber ich hatte alle schon gesehen. Guckte ich halt die, die ich nie ansehen würde, und ließ mich überraschen. Der Airbus startete und als die Flughöhe erreicht war, begann der Service. Mein Bildschirm ging übrigens nicht, nach einem Reboot klappte es aber. Die Verpflegung war außerordentlich. Pasta, wie immer. Bier, Baileys, wie immer. Der Flug war weder lang- noch kurzweilig und nach 11,5 Stunden landeten wir auf der Rollbahn mit Blick auf den Las Vegas Strip. Wir saßen fast ganz vorne und standen somit auch bei der Immigration an vorderster Front .Früher war ich noch nervös, aber je öfter man es macht, desto routinierter wird man. Inzwischen hatten uns diverse Leute auf unser Tour-Shirt angesprochen. Die meisten dachten, wir wären eine Band, da wir unsere Termine auf dem Rücken hatten. Somit durften auch die "Rock Girls" zusammen am gleichen Schalter warten. Der Einweiser hatte Sinn für Humor. Dann war ich auch schon an der Reihe. Wir bekamen den ältesten Officer, der stand kurz vor der Rente, bzw. wollte evtl. nicht in Rente gehen. Anders als gedacht, war der aber bester Laune und quälte mich nicht mit Fragen. Nach der Fingerabdruck- und Fotoprozedur erzählte er mir noch kurz, dass er schon auf dem Oktoberfest war und seine Freunde ihn jeden Tag aus dem Bierzelt tragen mussten. Ja ja, Herr Officer. Ich sprintete zum Kofferband, aber die waren noch nicht da. Bis die anderen da waren, kamen aber auch unsere Koffer und schwupp di wupp, gings durch die Costum Kontrolle, nein kein Obst, ins Freie. Erst mal den Nikotinhaushalt auffüllen, dann zum Shuttlebus. Oje, Stau im Tunnel, aber anders als gedacht, ging es doch ganz schnell. Ein kurzer Blick zum Dollar Schalter verschaffte wieder Erleichtern, vier Personen waren vor uns. Ich hatte den Mietwagen schon ein halbes Jahr zuvor für bei Mietwagen-billiger.de gebucht, zu einem unschlagbaren Preis. "Jeep Cherokee Laredo", also Standard SUV, zum Preis von 431,12 € für die gesamte Reise. Die Dame am Schalter war gut gelaunt und versuchte, aber nicht aufdringlich, mir wieder Zusatzversicherungen anzudrehen. Ich sagte ihr 3 mal, dass ich keine möchte, und sie hörte dann auch mit dem Satz "Ich möchte Ihnen auch nichts andrehen... " auf. (Naiiiin! Gar nicht) Beim Unterschreiben las ich mir alles genau durch, da Carina das letzte Mal bei Dollar trotz Ablehnens, die Zusatzversicherung eingegeben wurde. Die Dame hatte alles richtig gemacht. Die erste Tankfüllung bezahlte ich vor Ort, ebenfalls die Steuern. $ 103, das fand ich in Ordnung. In Nevada ist der Sprit zwar günstiger, aber er war nicht so teuer wie in Kalifornien. In der Tiefgarage angekommen half uns gleich ein netter Herr, der hatte leider aber keine SUV's mehr. Aber die Glückssträhne ließ nicht nach, es fuhr gerade ein nagelneuer Jeep Cherokee aus der Waschanlage. Blitzeblank, 11.000 Meilen. Den nehmen wir doch. Ich war doch sehr überrascht, hatten wir vor einem halben Jahr in Florida noch die alte Ausführung. Der Kofferraum bzw. das ganze Auto ist an sich größer. Die Koffer wurden schnell verstaut und ab ging es zum Strip. In Vegas ist es nicht notwendig ein Navi zu benutzen um ein Striphotel vom Flughafen aus zu finden, also genossen wir die Fahrt zu Bills Gamblin Hall. Die Einfahrt zum Parkhaus befindet sich auf der Flamingo Road. Der Lift fuhr direkt ins Casino, das hatten wir nicht erwartet und so rollerten wir mit unseren Köfferchen erst mal ein bisschen Verloren herum, bis wir die Rezeption sahen. Uns half Bill's Azubi und der brauchte etwas lange uns einzuchecken, aber er gab uns schöne Zimmer. Im 4. Stock mit Blick auf die Fountains, bzw. auf die halben Fountains, da etwas weiter hinten, aber ohne Aufpreis. Duschen, ein bisschen akklimatisieren. Im Badezimmer von Bill's gibt es ein Fenster zum aufziehen. Natürlich nicht ganz, aber es ist schon ein tolles Gefühl sich die Haare zu waschen und dabei auf das Bellagio zu gucken. Oder seh ich das nur so ? Den Rest des Tages verbrachten wir noch bis um 22 Uhr über den Strip zu streunern. Ich weiß nicht wie es den anderen erging, aber ich war so müde. Warum gibt es eigentlich keine Tablatten gegen Jetlag ? Sagt jetzt nicht, die gibt es, denn die Melatonin Tabletten bewirken bei mir Dauerschlaf. Wir liefen vom Bills zum Planet Hollywood. Dort versuchte ich mein erstes Automatenglück. Yeah, triple 7, die 100 Dollar gehörten schon mal mir. Wow, gleich beim ersten Spiel ein Gewinn, so konnte es weiter gehen. Die anderen haben nichts gewonnen, aber die haben auch glaub ich nur mit einem Dollar gespielt. Für jeden Mann muss doch das PH ein Traum sein, oder waren nur an diesem Tag die Groupiers nur leichtbekleidete Damen ? Gemütlich schlenderten wir noch bis zu Mc Donalds und genehmigten uns da noch einen kleinen Abendsnack. Wieso starren einen eigentlich immer nur Deutsche Touristen an, wenn man einen Raum betritt ? Diese Frage stelle ich mir jedes Mal. Also, wer sich ertappt fühlt: “Starren nervt!” Mit Wifi ein bisschen im Internet gefacebookt und den Hinterbliebenen Bescheid gesagt, dass man gut angekommen ist. Dieses Wechseln der Straßenseite in Vegas ist ganz schön kompliziert. Gehen wir jetzt bis zum New York New York oder wieder den gleichen Weg zurück und wechseln erst beim Bellagio? Wir taten’s beim Bellagio und schauten uns noch die Fountain Show an. Hab ich schon erwähnt dass es heiß war? Mörderisch, 40 Grad, und das bei Dunkelheit, ohne Sonne. Eine riesige Sauna. Jessy war immer noch geflasht und sich nur am Umsehen. Anett und ich bemerkten, dass es uns bei unserem letzten Vegas Besuch im März 09 zu kalt war, diese Kälte wünschten wir uns um Teil. Eng, Gedränge, schwitzende Menschen um mich. Ich bekam schon wieder Beklemmungen. Das mag ich nicht. Besonders wenn mich jemand wegschubst, während ich gerade die Fountains fotografieren will. Mir reichts, ich geh schlafen. Auch die anderen wollten ins Bett und folgten mir sogleich. Mehr gibts vom ersten Tag nicht zu erzählen. Oh, doch. Ich wusste es, aber es war wirklich so: Das Bills Gamblin Hall ist laut, laut .. und nochmals laut. Wir haben immer Ohropax mit, deswegen machte uns das nichts aus. Bis morgen.
Inhaltsverzeichnis
Navigiere im Reisebericht
Tag 1: Flug nach Las Vegas
Nächster Tag