Der Jetlag ist nicht mehr da, daher mussten wir uns auch um kurz nach sechs morgens den Wecker stellen. Wir wollten noch in Ruhe im Hotel frühstücken, das natürlich wieder mal inkludiert war, bevor wir auf die Fähre Richtung San Juan Islands gingen. Als wir den Frühstücksraum betraten guckten uns zwölf Augenpaare an. Die Bauarbeiter, die immer noch an der eingestürzten Brücke arbeiteten, schliefen in diesem Hotel. Wir haben aber dann erst gemerkt, dass wir unter dem Fernseher standen und uns gar keiner anguckte. Die mümmelten, die Augen starr auf den Bildschirm gerichtet, ihr 2 kg Frühstück hinein. Wir nahmen uns auch Waffeln, Eier, Toast, usw., die Best Western Plus bieten echt gutes Hot Breakfast an. Wir sahen vom Parkplatz schon, dass Stau zwecks der Interstate Sperrung war, wir mussten aber eh nicht zwingend dort entlang. Ich hatte mir  zu Hause schon einen Alternativweg rausgesucht. Es dauerte bis Anacortes nicht lange. Da wir unser Auto auf der Insel nicht benötigen werden, ließen wir es kostengünstig am Parkplatz vom Hafen stehen. Wir kauften uns Tickets nach Friday Harbor für $ 12,50 pro Person, darin ist der Rückfahrpreis schon inbegriffen. Schneller als gedacht, sind wir gut durchgekommen, so hatten wir noch Zeit den kleinen Hafen zu erkunden. Danach wurden die Passagiere auch schon aufgerufen, die Fähre zu betreten. Es dauerte eine Zeit lang, bis die Autos darauf verladen waren. Dann wurde abgelegt. Wir standen draußen und beobachteten die Tölpel, die gerade mit dem Nestbau beschäftigt waren. Als die Fähre den Hafen verlassen hatte, legte sie an Geschwindigkeit zu. Es war eisig kalt, Anett ging nach innen und ich zog mir mehrere Schichten an. Das Panorama war so wunderschön. Meer und rings um uns herum schneebedeckte Berge. Viel zu schnell ging die Fahrt um. Wir landeten in Friday Harbor, dem Hafen von San Juan Island. Neben der Insel gibt es noch zwei größere Inseln, nämlich Orca Island und Lopez Island.  Jetzt sind wir schon beim Stichwort, nämlich: Orca. Wir hatten von zu Hause aus schon eine Whale Watching Tour beim Anbieter Western Prince Cruises gebucht. Es gibt hier mehrere Anbieter für Whale Watching. Auch welche, die direkt von Anacortes aus, die Tour anbieten. Wir haben uns aber explizit für die Western Prince entschieden, da sie nur kleine Gruppen befördern. Zudem fanden wir gut, dass sie 4 % von den Einnahmen an Walprojekte spenden. Das Büro befindet sich gleich direkt am Hafen. Wie auf der E-Mail Einladung beschrieben, meldeten wir uns nach Ankunft gleich im Büro an. Wir bekamen unsere Tickets und konnten noch bis kurz vor 12 das Städtchen ein bisschen erkunden. Mir gefiel der maritime Flair gleich auf Anhieb. Seitdem spiele ich mit dem Gedanken auf den San Juan Inseln mal wirklich ein paar Tage Urlaub zu machen. Im Laden eines netten jungen Mannes kauften wir uns zwei Lunchpakete, bestehend aus großen Sandwiches und Kartoffelchips, für die Fahrt, die knapp vier Stunden dauern sollte. Im Supermarkt nebenan, gab es dann noch Getränke. Die restliche Zeit verbrachten wir im Park direkt am Meer. Um 11:45 durften wir dann endlich die Western Prince betreten.  Wir wurden freundlich von den Mitarbeitern empfangen. J.B. und Cadie waren für uns zuständig, der Kapitän steuerte natürlich das Boot. Mit uns fuhren noch 8 Passagiere mit. Wir bekamen noch eine kurze Einweisung. Zum Beispiel, dass bestimmte Abstände zu Meeressäugern immer eingehalten werden müssen und natürlich den Safety Check mit den Schwimmwesten. Zum Glück mussten wir aber keine tragen. Das Boot war im Gegensatz zu den anderen Anbietern, die ebenfalls um 12 Uhr ablegten schön klein und familiär. Die Guides von der Western Prince erklärten voller Enthusiasmus alles was man wissen wollte. Man merkte, wie begeistert sie selbst von den Walen waren. Sie erkennen die verschiedenen Orcas an den Finnen und wissen jeden Namen und den Stammbaum der einzelnen Familien. Die Orca sind sehr geprägt von ihrer Familie und bleiben dort ihr Leben lang. Die Älteste ist J2, genannt Granny. Sie ist über hundert Jahre alt und hat schon Urenkel. Dieser Wal faszinierte mich so sehr. Cadie erzählte, dass Granny schon am Leben war, da wussten Menschen noch überhaupt nichts über Orcas. Damals nutzte die Navy die Orcas als lebende Ziele für Schießübungen. Granny überlebte diese Zeit und ebenso solche wo Fischer loszogen, und dutzende ihrer Familienmitglieder töteten, oder für Aquarien gefangen nahmen. Wenn man sieht und versteht, wie diese Tiere miteinander umgehen, wie sie jagen, wie sie sich füreinander sorgen, dann wird man nie wieder ohne Tränen ertragen können, wie Orcas in Gefangenschaft Kunststücke machen. Allgemein für Meeressäuger ist es unverantwortlich, sie so zu halten. Wie man sieht, werden Orcas über hundert Jahre alt, in Gefangenschaft oft nicht mal 20. Granny hat all dies überlebt, und ist immer noch mit Ihrer Familie zusammen, geschützt von kanadischen und US Gesetzen. Die Crew erklärte so viel über die Merkmale und Geschichten der einzelnen Tiere. Erzählten was sie alles schon erlebt haben, das Ganze mit so einer ehrlichen Begeisterung, dass man selber angesteckt wurde.  Wir umrundeten San Juan über die Südspitze. Von dort konnte hatte man einen klasse Blick auf den Mount Baker. Kurz vor dem  Cattle Point Lighthouse sahen wir noch einen Bolded Eagle, meinen ersten. Ich war ganz aufgeregt. Als dann endlich die ersten Finnen sichtbar wurden, gab es kein Halten mehr.  Die Orca Familien folgten der Lachstraße und waren nur am Fressen. Sie blieben manchmal erstaunlich lange unter Wasser, dann tauchten sie aber auch oft nahezu rhythmisch auf und ab. Das Schönste war immer, wenn sie das Wasser aus ihrem Blasloch pusteten. Am Lime Kiln Point State Park tummelten sich ganz in Ufernähe gleich drei Orca Familien. Die Menschen hatten Glück, die gerade diesen State Park besuchten, die waren nämlich noch näher an den Säugern, als wir, und brauchten sich keine Gedanken über das Schaukeln des Schiffes beim Fotografieren zu machen. Das nächste Mal werden wir auf jeden Fall diesem State Park auf San Juan einen Besuch abstatten. Nach dreieinhalb Stunden waren wir wieder zurück am Hafen, mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Ich fiel dann gleich mal die Treppe zur Straße hoch, wie peinlich, aber alle kümmerten sich sofort rührend um mich. Die Crew richtet es immer so ein, dass die Tagesgäste noch pünktlich die 16 Uhr Fähre erreichten, die über Lopez Island zurück nach Anacortes fährt. Eine Seefahrt die ist lustig und macht definitiv müde. Da die Fähre fast leer war, konnten wir uns auf den breiten Sitzen lang legen und knackten ein. Wir schliefen bis wir in Anacortes ankamen. Jetzt konnten wir uns bewusst machen, was wir heute noch vorhatten. Nämlich so weit wie möglich Richtung Osten zu fahren. Am nächsten Tag wollten wir nämlich irgendwann in West Yellowstone ankommen und das waren über 1300 Kilometer. Normalerweise hassen wir solche Fahrtage, aber dieses Mal hieß es einfach in den sauren Apfel zu beißen. Wir wollten es wenigstens noch bis Spokane schaffen. Dies hätte auch geklappt, hätten sie nicht am Snoqualmie Pass Sprengungen durchgeführt. Wir standen über eine Stunde im Stau. Daher reichte meine Lust und Kraft nur noch bis nach Ellensburg zu fahren. Dort buchten wir am Parkplatz vom Days Inn, über Priceline das Best Western. Bei so einem kleinen Ort weiß man ja sowieso was man bekommt, besonders wenn man sowieso schon da ist. Das macht das Ganze einfacher. Das Best Western war wieder mal klasse. Wir bekamen ein riesiges Zimmer. Der Whirlpool sah auch sehr gemütlich unten aus, aber wir waren zu müde. Schnell nahmen wir noch unser Fastfood, ja mal wieder, mit aufs Zimmer und schliefen dann erschöpft ein. Was für ein Tag.
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Tag 11: San Juan Islands
Tag 11: San Juan Islands
Datum: 04.06.2013 Gefahrene Meilen: ca 86 Best Western Plus Lincoln Inn & Suites 211 Umptanum Rd, Ellensburg, WA, Vereinigte Staaten ‎ +1 509-925-4244   bestwestern.com Western Prince Whale & Wildlife Tours 1 Spring St, Friday Harbor, WA, Vereinigte Staaten ‎ +1 360-378-5315 ‎ · orcawhalewatch.com Carl's Jr. / Green Burrito S Opportunity St, Ellensburg, WA, Vereinigte Staaten ‎ +1 509-933-3006 ‎ · locations.carlsjr.com Kings Market 160 Spring Street Friday Harbor, WA 98250, United States +1 360-378-4505 kings-market.com‎
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