Das Shilo Inn hat kostenloses heißes Frühstück im Angebot. An die Biscuits mit Gravy kann ich mich nicht gewöhnen. Im ganzen Norden wird das angeboten und ich find zerhexelte Bratwürstchen in weißer Soße einfach eklig. Es gab aber auch andere Sachen zur Auswahl. Der Jetlag hatte sich inzwischen komplett verabschiedet, und zum ersten Mal im Urlaub wurden wir durch den Wecker wach. Um kurz nach neun ging es für uns Richtung Norden. Vorher wurde noch getankt, bzw. wir haben tanken gelassen, denn in Oregon ist es nicht erlaubt selbst zu tanken. Daran könnte ich mich gewöhnen, denn ich finde Tanken und Geldabheben unglaublich nervig, auch zu Hause. Der Wetterbericht gestern versprach nicht zu viel, bei angenehmen 18 Grad schien die Sonne. Genau das richtige Wetter für das was wir heute vor hatten. Auf dem Plan stand nämlich, der Smith Rock State Park. Dieser State Park liegt circa 20 Minuten nördlich von Bend entfernt, in der High Desert von Oregon. Wenn man sich in der Gegend umsieht, haben diese hoch herausragenden Felsen vulkanischen Ursprungs nichts mit der angrenzenden Landschaft gemeinsam. Man fühlt sich in einen ganz anderen Ort hineinversetzt. Das Markenzeichen des Smith Rock State Parks ist der Monkey Face, ein über 100 Meter hoher Stein, der aussieht wie ein Affenkopf. Das tut er wirklich. Unter anderem ist der Smith Rock auch weltweit unter Klettersportlern bekannt, die hier waghalsige Manöver vollziehen. Es dauerte nicht lange und wir kamen am Parkplatz an. Ich betrachtete die Landschaft und mir stockte der Atem. Es war wunderschön, aber wollte ich da wirklich drüber gehen? Ich ließ die Frage offen. Wir zahlten $ 5 Tagesnutzungsgebühr an der Self-Pay-Station und gingen den steilen Weg vom Parkplatz ins Tal. Dieser Weg ist übrigens auch schon ein Trail, nämlich "The Chute" gilt es zu überwinden. Was im Vergleich zu dem was noch kam gar nichts ist. Nun waren wir am Tal angelangt wo sich der Crooked River entlang schlängelt. Wir beschlossen dem River Trail zu folgen, und dann spontan den Misery Ridge Trail hochzugehen. Es waren nicht sehr viele Besucher hier und wir genossen die wunderschönen Eindrücke. Viele Kletterer waren unterwegs. Der Park bietet wie gesagt Kletterrouten für alle Level, von Einsteiger bis Profis. Ich hatte mir zwei Geocaches auf meinem Handy gespeichert, die suchten wir erfolgreich und auch ohne Klapperschlangen zu begegnen. Ein Schild vorm Trail wies nämlich auf solche hin, ebenso auf Cougars. So einer wurde aber vor 2 Monaten gesichtet, also hatten wir an diesem sonnigen Tag keine Angst vor den Wildtieren. In der Ferne waren schneebedeckte Berge der Kaskadenkette zu erkennen. Man konnte sich an den verschiedenen Landschaftsformen gar nicht satt sehen. Der River Trail ging, nachdem wir den Berg umrundet hatten, in den Mesa Verde Trail über. Der war schon etwas anstrengender. Ich beschloss immer noch nicht zu entscheiden, ob ich den schwierigen Misery Ridge Trail gehen möchte. Wir machten langsam und genossen immer wieder die Aussicht während wir verschnauften. Jetzt war die Gabelung gekommen. Entweder gingen wir den Mesa Verde Trail wieder weiter nach unten und dann im Tal zurück, oder wir überqueren den Smith Rock. Da ich das wahrscheinlich kein zweites Mal mehr machen werde, entschloss ich mich für das Überqueren. Augen zu und durch. Oh mein Gott, was hatte ich mir da angetan. Die Serpentinen gingen steil hinauf. Lange nach links, dann lange nach rechts. Ich bereute es jetzt schon, bin ich doch ein Bürohocker und habe nicht gerade große Kondition. Sowas war nur mit kleinen Zielen zu schaffen. Daher nahm ich mir immer einen Streckenabschnitt vor und verschnaufte dann. Es kamen uns lauter Rentner entgegen, die total fit aussahen. Ich schämte mich richtig, gerade mal dreißig und träge. Die Rentner hüpfen da runter wie junge Gämsen. Okay, ich hatte sie ja vorher beim Aufstieg nicht gesehen, die kamen nämlich direkt von der Brücke, wo wir gestartet waren, von der anderen Seite. Nach längerer Quälerei war das Ziel nahe, nur noch eine Serpentine. Ich war so froh, als wir das Plateau erreichten und wurde mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Der Crooked River floss lautlos nun ganz weit unter uns in seinen Schlangenbahnen, Menschen konnte man gar nicht mehr erkennen, nur die Rentner, die noch am Trail in der Mitte bergab gingen. Diese waren auch schon ganz klein. Es wehte ein kleines Lüftchen und Anett hatte bereits auch schon eine Bank gefunden. Dort oben packten wir unser Picknick, bestehend aus Käse, Weintrauben und Guacomole mit Tortillas aus. Kirschen hatten wir auch noch dabei. Diese haben wir zwei Tage zuvor einem Händler an der Straße abgekauft. Dort saßen wir, mampften und genossen die Aussicht. Viewpoints anzufahren ist auch sehr schön, aber obwohl ich eigentlich eine faule Socke bin, genieße ich die Ausblicke nach einem anstrengenden Aufstieg bei einem Picknick noch viel mehr. Die Wertschätzung ist so irgendwie größer, da man weiß, wie viel man geschwitzt und seinem Körper abverlangt hat. Nach einer guten Stunde  machten wir uns wieder an den Abstieg. Den Weg, der gegenüber lag,  fand ich bergab schwieriger als bergauf, deshalb empfehle ich jedem, der hier hoch möchte, direkt, wie die Rentner direkt hinter der Brücke den Aufstieg zu nehmen, und zum Schluss den River Trail zurück zu gehen. Ich hatte meine Wanderstöcke im Auto gelassen. Gerade da, wo ich sie am meisten gebraucht hätte. Die Knie hielten Gott sei Dank bis zum Tal stand. Es war heiß geworden und wir hatten jetzt nur noch The Chute bis zum Parkplatz vor uns. Den hatte ich ja ganz verdrängt. Oh nein, nochmal so hoch. Kein Vergleich zum Misery Ridge, aber nach der ganzen Tortur echt fies. Ich hoffte insgeheim ein Ranger würde kommen und mich mit nach oben neben. Witziger weise kam wirklich einer mit seinem SUV, aber ich traute mich nicht zu fragen. Die letzten paar Meter haben wir dann auch noch geschafft und fielen kaputt ins Auto. Wir hatten ganz schön getrödelt. Inzwischen war es schon halb fünf nachmittags. Die Proxy Falls, die einen Umweg bedeutet hätten, fielen also aus. Wir machten uns auf zum Scenic Byway "Over the Mountains and through the woods", der auf dem S Santiam Highway nach Westen führt. Einen kurzen Umweg bereiteten wir, indem wir auf den McKenzee Highway einbogen. Nach 10 Minuten erreichten wir die Sahalie Falls. Die Fälle stellten keinen großen Aufwand da erreicht zu werden, waren aber auch sehr beeindruckend. Durch Gebirgszüge und Täler des Kaskadengebirges, die auch im Vorbeifahren beeindruckend sind, ging es für uns aber weiter Richtung Westen. Wir folgten dem Santiam River bis zum Foster Lake. Dort in Sweet Home, ja der Ort heißt wirklich so, wartete noch eine Covered Bridge auf uns. Die Weddle Bridge. Diese wird schon längst nicht mehr befahren und steht dort in einem Park. Trotzdem gefiel sie uns sehr gut. Sweet Home war aber gar nicht so unser Fall.  Bevor wir auf die Interstate einbogen besuchten wir noch Crawfordsville. Dort stand auch noch eine Covered Bridge. Diese war weniger gepflegt unter mehr verwuchert, daher gefiel die mir gleich auf Anhieb besser. Nach der Gebirgszugdurchquerung war es eine Wohltat auf die Interstate zu fahren, auf dem wir eine gute Stunde später Salem erreichten, die Hauptstadt von Oregon. Wir hatten schon Kohldampf und beschlossen im Zuge eines kurzen Capitolbesuchs den nächsten Applebees aufzusuchen. Das Capitol von Salem gefiel mir in der Abendstimmung ausnehmend gut, schade dass es schon zu hatte. Nach 10 Minuten verließen wir das schöne Gebäude wieder und checkten bei Applebees ein. Heute gab es für uns 2 for $ 20, Anett bekam Rippchen und ich die Käsepasta. Nach so einem Tag brauchten wir wirklich keine Angst wegen der Kalorien haben.  Ich sag es Euch, wir waren so müde. Da wir aber zwischen Salem und Portland in diesem Urlaub keine Rechnungen offen hatten, fuhren wir die eineinhalb Stunden noch nach Norden. Dies war angenehmer, denn gleich am nächsten Tag wollten wir Wanderungen in der Columbia River Gorge starten. Da uns Thomas noch einen tollen Spot gezeigt hatte, wo man die Skyline von Portland recht gut fotografieren konnte, fuhren wir dort angekommen noch kurz in dieses Industriegebiet. Wir waren ganz alleine auf dem Parkplatz unter der Autobahnbrücke und wir hatten natürlich schon wieder ein bisschen Angst. Ich packte mein Stativ aus und ging zum Columbia River, der von tausend Lichtern beleuchtet vor sich hinfloss. Plötzlich sah ich eine riesige Katze, nein das war keine Katze, viel zu groß. Ein riesiger Waschbär! Er kam auf mich zu. Seinen Schwanz hatte er weit nach oben gereckt und war sehr interessiert. Je näher er kam, desto mehr ging ich wieder Richtung Auto. Ich weiß nicht ob Waschbären beißen wenn man ihnen nichts tut, aber ich wollte es auch nicht heraus finden. Er war auch überhaupt nicht zu erschrecken, denn mit wilden Gesten und Geräuschen versuchte ich ihn zu vertreiben. Jetzt blieb das Vieh wenigstens stehen, das ehrlich gesagt auch schnucklig aussah. Er guckte mich an. Ich klatsche nochmal in die Hände und mit den Füßen auf den Boden auf. Unbeeindruckt. Wie in Zeitlupe drehte er sich jetzt um, zeigte mir seinen Hintern und verschwand gemütlich in den nächsten Büschen. Jetzt konnten wir unser Stativ aufbauen und ein paar Fotos von Portland schießen, dennoch war uns ganz mulmig. Die komische Gegend und der Waschbär hatten zur Folge dass wir schnell ins Auto verschwanden und zu unserem Hotel fuhren. Dem Holiday Inn Portland Airport. Wir bekamen übrigens das kleinste Zimmer im hintersten Eck neben der Putzkammer. Das war das einzige Mal, wo wir vermuteten, dass das wegen der Priceline-Buchung geschah. Könnte aber auch sein, dass wir so spät ankamen und alle anderen Zimmer ausgebucht waren. Dann steckt man natürlich die weniger zahlenden Priceline Gäste in den Kabuff. Trotzdem, hier klagen wir auf hohem Niveau, das Zimmer war nämlich stylisch und sauber. Bis auf den dicken Fliegenbrummer, den wir nach erfolgloser Jagd kurzerhand ins Bad einschlossen. Man muss sich nur zu helfen wissen. Jetzt aber, ab ins Bett, heute war ein anstrengender Tag.
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Tag 6: Smith Rock State Park Scenic
Tag 6: Smith Rock State Park Scenic
Datum: 30.05.2013 Gefahrene Meilen: 250 Holiday Inn Portland-Airport (I-205)  8439 NE Columbia Blvd, Portland, OR, Vereinigte Staaten ‎ 1,8 Meile/n SO +1 503-256-5000 ‎ · holidayinn.com Smith Rock State Park  9241 NE Crooked River Dr, Terrebonne, OR, Vereinigte Staaten ‎ +1 541-548-7501 ‎ · oregonstateparks.org Sahalie Falls hwaterfallsnorthwest.com/nws/falls.php?num=4269 Oregon State Capitol  900 Court St NE, Salem, OR, Vereinigte Staaten ‎ +1 503-986-1848 ‎ · leg.state.or.us Over the Rivers and through the Woods Scenic Byway traveloregon.com/trip-ideas/scenic-byways/over-the- river-and-through-the-woods/ Applebee's 747 Lancaster Dr NE, Salem, OR, Vereinigte Staaten ‎ Lancaster Mall +1 503-581-8040 ‎ · applebees.com
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