An diesem Tag ließen wir es wieder ruhiger angehen. Die letzten zwei Tage hatten tiefe Spuren hinterlassen. Uns beide plagter schmerzenden Muskelkater. Daher schliefen wir gemütlich bis kurz nach neun aus und frühstückten das inbegriffene Frühstück. Dort herrschte immer noch Trubel, obwohl es schon so spät war. Es gab Hot Breakfast, aber wir waren schon an dem Punkt angekommen, wo wir außer Creamcheese Bagel eigentlich nicht mehr viel essen mochten. Wir machten noch bis halb elf einen kurzen Verdauungsspaziergang am Hafen und luden dann unser Gepäck wieder ins Auto. Am heutigen Tag fand in Olympia ein Fahrradrennen statt. Viele Fahrer wärmten sich schon auf der Rolle vorm Hotel auf. Das sah lustig aus. Bevor wir auf die Olympic Halbinsel starteten wollten wir noch das Capitol besichtigen. Wir bekamen auch gleich einen Parkplatz davor. Das Rennen führte wohl am Capitol vorbei, denn Mitarbeiter waren schon dabei alles abzusperren. Bei unserem Parkplatz stand aber kein Schild. Somit liefen wir über den gepflegten Rasen zum Capitol. Irgendwie glaube ich nicht, dass es Zufall ist, dass es aussieht wie das von Washington D.C. nur in Kleinversion. Wir gingen kurz in das Gebäude und schauten uns etwas um. Da wir aber an diesem Tag noch mehr vorhatten gingen wir nach einer guten viertel Stunde wieder. Jetzt war übrigens unser Auto auch schon mit gelbem Absperrband eingezäunt. Wir machten es einfach ab und fuhren dahin. Der nächste Stop war der Ruby Beach. Dieser ist gute zwei Stunden Fahrzeit von Olympia entfernt und liegt im Westen des Olympic National Parks. Mit uns traf eine riesige Gruppe Biker ein. Diese machten einen riesen Lärm und nervten uns ein bisschen. Jetzt traf auch ein Bus voller Asiaten ein. Anett und ich guckten uns nur an und grinsten. Die Reisegruppe beschränkte sich nur auf den Viewpoint und störten uns nicht weiter. Inzwischen hatten wir Hunger. Kein Problem, alles war ja in der Kühlbox, daher zauberten wir uns noch leckere Sandwiches, bevor wir den Weg zum Strand hinab gingen. Wow, das sah ja toll aus. Als Erstes mussten wir über eine Menge Treibholz klettern. Gemütlich setzten wir uns auf den letzten Stamm und machten ein Picknick. Eine wunderschöne Kulisse bot sich. Während wir aßen probierte ich mein neues Billigfilterset aus. Witzig was sich mit ein paar bunten Plastikplatten für Effekte erzielen lassen. Der Cedar Creek durchschnitt den Strand. Er war nicht breit, aber die Strömung sollte man nicht unterschätzen. Wir sahen mehrere Menschen diesen Fluss durchqueren, also beschlossen wir nach dem Essen unsere Schuhe auszuziehen und ihnen gleich zu tun. Von wegen. Als erstes mussten wir ein kleines Stück durch das Flusswasser. Schon da froren meine Zehen halb ein. Aua. Ich zog meine Schuhe wieder an und nahm das breite Stück in meinen Chucks. Mir war es egal, ich hatte ja noch Flip Flops im Auto. Wir verbrachten noch ein bisschen Zeit am Ruby Beach. Jetzt war es aber soweit. Wir ließen die Abzweigung zum HOH Rainforest hinter uns und fuhren weiter nach Forks. Auf das Städtchen hatten wir uns schon besonders gefreut, denn dort ist ja der Ort wo sich Edward, der Vampir und Bella, das Mädchen aus Phoenix im Film Twilight kennenlernen. Wir waren irgendwie ganz aufgeregt. Forks hat ein kleines Visitor Center. Dort kann der Truck den Bella im Film fährt, also das gleiche Modell, bestaunt werden. Das ganze Visitor Center ist komplett auf Twilight ausgerichtet. Die Mitarbeiterin war sehr nett und beantwortete alle unsere Fragen. Auf meine Frage hin, wie lange die denn in der Stadt gedreht hätten nahm sie mir leider meine Illusion. Das Einzige was von Forks gedreht wurde, war das Ortseingangsschild. Alle anderen Szenen wurden in Oregon und in Kanada gedreht. Wir bekamen einen Ausdruck mit den Drehorten, und siehe da. Viele der Orte hatten wir ja schon auf unserer aktuellen Reise besucht. Cannon Beach, der im Film La Push Beach sein soll, fehlte leider auf unseren Trip, aber da kommen wir sicher ein anderes Mal hin. Wir fuhren einmal komplett durch Forks durch. Jetzt war uns klar, warum Forks nicht der Drehort war. Die Stadt ist nämlich nicht gerade ein Highlight. Wir besuchten noch das Haus von Bella, das übrigens auch in Vancouver am Filmset nachgebaut wurde. Danach brausten wir wieder nach Süden und bogen am HOH River ein. Nach einer kurzen Fahrstrecke erreichten wir das Visitor Center am HOH Rainforest. Es war nur noch ein Auto auf dem Parkplatz und das Visitor Center schon geschlossen. Eigentlich wollten wir sowieso nur den Hall of Mosses Trail gehen, den schafften wir noch bevor es dunkel werden würde. Es ist immer schwer, wenn man schon viele tolle bemooste Wälder gesehen hat, den dritten bemoosten Wald auch noch toll zu finden. Ich hätte mir ehrlich gesagt mehr vom HOH Rainforest versprochen. Das glasklare Wasser das hier durchfloss faszinierte mich aber. Alles andere war ähnlich wie rund um Portland. Ein bisschen mehr Moosflechten an den Bäumen. Die tatsächliche Hall of Mosses war natürlich dann faszinierend, keine Frage. Hohe Bäume, komplett mit herabhängendem Moos bedeckt. Wahnsinn. Den Loop sind wir langsam gegangen, immer noch taten uns die Füße weh. Das kalte Wasser vom Ruby Beach hatte aber etwas Abhilfe geschaffen. Trotzdem kamen wir müde am Parkplatz an. Es dämmerte schon, somit machten wir uns auf den Weg nach Norden nach Port Angeles. Dort hatten wir das Red Lion Hotel gebucht. Die Fahrt spendierte uns einen tollen Blick auf den Lake Crescent bei Dämmerung. Der See schimmerte dunkeltürkis. So eine Farbe hatte ich noch nie bei einem Gewässer gesehen. Immer wieder musste Anett anhalten, weil ich mir das alles natürlich genau ansehen wollte. Somit waren wir auch erst um kurz nach zehn in Port Angeles. Wir kurvten noch kurz bei Taco Bell vorbei und nahmen uns eine Box mit Burritos und Tacos mit. Die verspeisten wir auf dem Parkplatz vorm Hotel mit Blick auf das Meer. Viel sah man zwar nicht mehr, aber für ein Restaurant wäre es zu spät gewesen. Schnell hatten wir eingecheckt. Mühsam schleppten wir noch unser Gepäck in den ersten Stock. Das Hotel hat nämlich keinen Lift. Ich frage mich was ein Rollstuhlfahrer macht, wenn die unteren Zimmer alle ausgebucht sind. Na ja, das hatten wir dann auch geschafft. Die letzten Tage hingen uns noch nach und wir fielen mal wieder todmüde ins Bett.
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Tag 8: Olympic National Park West
Tag 8: Olympic National Park West
Datum: 01.06.2013 Gefahrene Meilen: 280 Red Lion Hotel Port Angeles   221 N Lincoln St, Port Angeles, WA, Vereinigte Staaten ‎ +1 800-733-5466 ‎ · redlion.com   Olympia State Capitol fortress.wa.gov/ga/apps/Tour/tour.html Ruby Beach nps.gov/olym/planyourvisit/visiting-kalaloch-and-ruby- beach.htm Forks forkswashington.org HOH Rain Forest nps.gov/olym/planyourvisit/visiting-the-hoh.htm Parkkarten Olympic Nationalpark nps.gov/olym/planyourvisit/maps.htm Taco Bell 2001 E 1st St, Port Angeles, WA, Vereinigte Staaten ‎ +1 360-457-7746 ‎ · tacobell.com  
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