Endlich, endlich konnte ich zum ersten Mal in diesem Urlaub kurze Hosen anziehen. Heute hatten wir noch nichts geplant, wir wollten spontan entscheiden worauf wir Lust hatten. So trug es sich auch zu, dass wir auch wieder den Tag gemütlich starteten. Ein schönes selfmade Breakfast im Hotelzimmer, dazu ein leckerer Kaffee. Das war ein angenehmer Start in den sonnigen Tag. Das Gepäck von gestern schleppten wir wieder das Stockwerk hinunter und luden es in den inzwischen sehr schmutzigen Nissan. Auf dem Weg nach Port Angeles hatte ich ein Schild zu den Marymere Falls gesehen. Zufälligerweise hatte ich davon eine Postkarte gekauft, es wäre ja eigentlich unlogisch diese zu verschicken, wenn wir gar nicht da gewesen wären. Also ging es erst mal wieder zurück nach Westen. Der Lake Crescent war natürlich am Tag noch farbenprächtiger als gestern. Ich hielt ein paar Mal in den Parkbuchten an. So sauberes Wasser sieht man selten, man konnte am Ufer bis auf den Grund sehen. Die Sonne strahlte mit uns um die Wette. Es war nicht heiß, aber sehr angenehm. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Parkplatz beim Trailhead der Fälle. Dieser zeigte sich gerammelt voll, es war ja heute Sonntag und viele Einheimische machten einen Ausflug. Da wir weder wussten wie lang der Trail sich erstreckte, noch wie anstrengend er war, studierten wir kurz die Schautafel. Nicht mal 2 Meilen, das schafften wir ja inzwischen locker. Der Weg ging erst flach durch den Wald, der natürlich wieder sehr dem HOH Rainforest ähnelte. Ich frage mich, warum denn alle diesen HOH nur sehen wollen, es sieht doch hier überall fantastisch aus. Dann wurde es etwas steiler, als wir einen Fluss auf einer hübschen Holzbrücke überquerten. Der letzte Anstieg war zwar anstrengend aber nicht mehr weit. Wasserfälle haben immer den Vorteil, dass man sie schon hört und ungefähr weiß, wie weit man noch von Ihnen entfernt ist. Da waren sie, die Marymere Falls. Auf der Postkarte fand ich sie schöner, wir standen nämlich genau in der Mittagssonne. Alle Bäume waren im Licht, die Fälle im Schatten. Es drängelten ein paar Fotografen am Viewpoint. Es war sehr eng hier und man muss schon sehr aufeinander Rücksicht nehmen. Ich stieg etwas höher, und siehe da, von oben war der Fotospot dann doch noch besser. Wir kamen mit einem Paar ins Gespräch, das von San Francisco nach Port Angeles gezogen ist. Sie sagten mir, dass sie erst Zweifel wegen des Wetters hatten, aber es jetzt keine Sekunde mehr bereuen hier hoch gezogen zu sein. Kann ich verstehen, wenn ich mir die Landschaft hier so ansehe. Nach dem netten Gespräch machten wir uns wieder auf den Weg zurück, dies ging deutlich schneller. Am Parkplatz gab es dann ein kurzes Kaffeepäuschen. Unsere Thermokanne hielt nicht mehr richtig warm, daher mussten wir unsere Brühe ja schon am Vormittag leer machen. Zudem war sie nicht mehr richtig dicht. Ich hatte zu Hause von den Sol Duc Falls gelesen, dort wollte ich noch hin. Die Abzweigung hatte ich auch schon am Tag zuvor gesehen, dass es aber von der Entrance Station noch so weit ist, hätte ich nicht gedacht. Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung sind es gute 45 Minuten bis man am Trailhead ankommt. Dort waren nicht so viele Autos und wir starteten die Wanderung. Diese war etwas länger, aber auch nicht schwierig. Eigentlich brauchten wir auch nur so lange weil es immer was zu fotografieren gab. Wieder erwarteten wir, dass zwischen den Felsen und Bäumen Fabelwesen zum Vorschein kommen würden, so verzaubernd war dieser Wald. Ich unterhielt mich mit einer Dame, die ebenfalls an der Stelle fotografierte wie ich. Sie gab mir den Tipp den Lovers Lane Trail hinter den Sol Duc Falls ein Stückchen weiter zu gehen, dort wäre wohl auch noch ein kleinerer, aber hoher Fall. Erst mal wollten wir aber die Sol Duc Falls sehen. Dort kamen wir schnell an und staunten. Hatten wir ja schon viele Wasserfälle die letzten Tage bestaunen können, diese waren wieder anders. In drei Fällen stürzte sich der Sol Duc Fall zwischen moosbewachsenen Felsen hinab. Man konnte direkt über eine Holzbrücke kurz vor den Fällen den Sol Duc River überqueren. Ein tolles Spektakel. Es waren leider viele Fotografen unterwegs, besonders einer blockierte die ganze Zeit einen kleinen Felsabsprung und machte hunderte Fotos mit seiner kleinen Digitalkamera. Ich meine, Kamera hin oder her, aber man sollte schon mal ein paar andere auch an den Platz lassen. Irgendwie war es mir gerade recht, ich ging ein paar Meter weiter zum Fluss hinab und fand einen interessanteren Spot. Nach einer kurzen Pause wanderten Anett und ich weiter zum Lovers Lane Trail. Es war schon später als gedacht, da wir sehr getrödelt hatten, so hielten wir schon ungeduldig nach den versprochenen Fällen Ausschau. Nach ein paar Minuten sahen wir sie endlich. Es hatte sich wirklich. Nach ein paar Fotos kam uns eine Gruppe Pfadfinder entgegen. Das war ein Zeichen, wir brachen auch auf, aber immer darauf bedacht, hinter den Pfadfindern zu gehen, denn die hatten ihren schnellen Marschschritt drauf. Die waren ja auch noch jung. Am Parkplatz packten wir endlich unsere Kühlbox an einen der Picknicktische aus und genehmigten uns ein spätes Mittagessen. Sandwiches mit Kartoffelchips. Weintrauben waren auch noch da. Wie bereits vorher erwähnt, nach so einer Wanderung schmeckt das Essen einfach super. Es war schon später Nachmittag als wir zusammenpackten und das Sol Duc Valley verließen. Ich frage mich warum das Sol Duc Valley manchmal Sol Duck wie Ente, und manchmal mit c geschrieben wird. Ich hab mir das mit C angewöhnt. Kurz vorm Parkexit sahen wir noch mitten am Straßenrand ein schwangeres Reh äßen. Es ließ sich auch schön fotografieren, leider hatte ich aus dem Auto keine ruhige Hand. Schade. Unser heutiges Hotel befand sich in Seattle. Wir überlegten, ob wir die Fähre nach Seattle nehmen sollten, oder unten rum über Land fahren. Ich hatte keine Ahnung wie so "Fährefahren" funktionierte, aber ich gab einfach mal Seattle ins Navi ein. Das Navigon schickte uns nach Kingston. Ab da sollten wir die Fähre nach Edmonds nehmen. Augen zu und durch dachte ich mir, so schwer konnte das nicht sein. Das war es auch nicht, man konnte ja nur in eine Richtung fahren. Wir bezahlten fünfzehn Dollar und reihten uns ein. Nach zehn Minuten sah ich unsere Fähre auch schon einfahren. Ich freute mich, denn ich liebe Boots- und Schiffsfahrten. Kurze Zeit später fuhren wir auch pünktlich auf das Schiff. Ich war ganz aufgeregt. Die Überfahrt sollte nicht mal eine halbe Stunde dauern. Die Zeit verging sowieso viel zu schnell. Wir gingen auf das obere Deck nach draußen. Die Sonne war gerade dabei hinter Kingston unterzugehen und tunkte die Landschaft in ein sattes Orange. Als ich so am Fotografieren war, fiel mir auf einmal ein schwarzer Fleck im Sucher auf. Was war das denn? Das fehlte jetzt auch noch. Ich kontrollierte die Bilder und den Live View, aber da war er glücklicherweise nicht zu sehen. Ich war zwar erleichtert, aber dennoch unsicher ob das eventuell doch Schäden mit sich bringt. Daher beschloss ich nächsten Tag als erstes einen Fotoladen aufzusuchen. Heute musste die Kamera halt noch so taugen. Schon kam die Durchsage, dass man sich wieder ins Auto begeben sollte, wir waren nämlich schon fast in Edmonds. Nächstes Ziel: Kerry Park, Seattle. Das ist der Spot um die Skyline zu fotografieren. Nach einer guten dreiviertel Stunde kamen wir auch an. Parkplatz? Fehlanzeige. Es waren glaub ich hundert Menschen an der Mauer, mit Blick auf die Skyline. Alle machten Fotos oder genossen einfach die Aussicht. Wir bekamen ein paar hundert Meter weiter erst einen Parkplatz. Egal, auf die paar Meter kam es auch nicht an. Es war noch nicht ganz dunkel, somit konnte man verfolgen, wie Seattle noch kurz von der Sonne angestrahlt wurde. Danach wurde der Himmel dunkelblau und dann schwarzblau. Wir waren das erste Mal in Seattle, die Skyline gefiel uns schon mal außerordentlich gut. Neben mir war ein junges asiatisches Pärchen. Sie feuerte ihn immer an ein gutes Foto zu machen. Er hatte eine kleine EOS, aber kein Stativ. So konnte es nichts werden. Sie freute sich über jedes Bild, das einigermaßen nicht verwackelt war. Ich fragte ihn, ob er nicht mein Stativ benutzen wollte. Er guckte mich etwas verdattert an, aber gab mir seine Kamera anschließend. Kurzerhand schraubte ich diese auf das Stativ. Die beiden zeigten mir an, dass ich ruhig fotografieren sollte. Das war gar nicht so einfach, die Kamera war nämlich in koreanisch eingestellt. Da ich ein ähnliches Modell mal hatte klappte es aber. Ich machte ein paar Fotos und übergab den beiden ihre Kamera wieder. Es waren nicht meine besten Bilder, aber die freuten sich wie ein Schnitzel. Also, nicht alle Asiaten sind doof. Wir unterhielten uns noch kurz über unsere Nationalitäten usw. Danach war ich müde. Unser Hotel, das wir über Priceline gebucht hatten lag etwas außerhalb in Tacoma. Über die Interstate war das Courtyard aber schnell zu erreichen. Das Abendessen bestand aus einem kurzen Stopp beim Wendys Drive Thru. Das Zimmer vom Courtyard gefiel uns ausgesprochen gut. Es war sehr groß und schön eingerichtet. Auf Priceline ist einfach verlass. Ich suchte noch schnell einen Fotoladen der Kameras reparierte raus und ging dann auch ins Bett.
Navigiere im Reisebericht
Tag 9: Olympic National Park Nord
Tag 9: Olympic National Park Nord
Datum: 02.06.2013 Gefahrene Meilen: 185 Courtyard Seattle Sea-Tac Area 16038 W Valley Hwy, Tukwila, WA, Vereinigte Staaten ‎ 0,2 ft O +1 425-255-0300 ‎ · marriott.com Marymere Falls olympicpeninsulawaterfalltrail.com/marymere-falls Sol Duc Falls Trail, Olympic Nationalpark olympicpeninsulawaterfalltrail.com/sol-duc-falls Kerry Park, Seattle seattle.gov/parks/park_detail.asp?id=342 Wendy's  16300 W Valley Hwy, Tukwila, Washington, Vereinigte Staaten ‎ +1 425-204-9986 ‎ · wendys.com
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